„Politische Kämpfe und kulturelle Freiräume seit 1968“

Anfang der 70er Jahre soll es endlich mit ihrer Unsichtbarkeit vorbei sein: Das „Coming out“ wird für die Schwulenbewegung zum Credo und zur Zerreißprobe. Lesben erobern ihren eigenen Platz in der feministischen Bewegung, später gründen sich erste Interessensvertretungen trans- und intersexueller Menschen. Seit  45 Jahren streiten sie auch in Südbaden laut und öffentlich für soziale, persönliche, politische und juristische Anerkennung nicht-heteronormativer Lebensrealitäten.

https://rdl.de/beitrag/im-herbst-queeres-leben-poltische-k-mpfe-und-kulturelle-freir-ume-seit-1968


10.10.2014 – Erzählcafé: Gemeinsame und getrennte Geschichte(n)

Im Erzählcafé am 10. Oktober im Josfritzcafé erzählen sechs Aktivist_innen zwischen 20 und 70 aus 45 Jahre Bewegungsgeschichte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transsexuuellen, Transgender, Intersexuellen und Queers. Sie berichten von der Klandestinität der Klappen Mitte der 60er Jahre, vom Aufbruch nach ’68, von dem Wunsch nach Sichtbarkeit und sicheren Orten, von Wendepunkten, Konflikten, Alleingängen und Bündnissen.

https://rdl.de/beitrag/queeres-leben-das-erz-hlcaf-zum-nachh-ren


30.10.2014 – Auf der Welle gegen den Strom – schwul-lesbische Medien

Unter der Bettdecke mit Kopfhörern Radio hören? Das war für Dieter und Robert als heranwachsende schwule Männer noch Ende der 80er Jahre existenziell: Die Schwule Welle diente als Informationsquelle und Anbieter noch zu entdeckender Identitätsentwürfe. Anhand ihrer eigenen Geschichte, dem FrauenLesben Radio „La Radio“ und dem Fliederfunk in Nürnberg schaut die Schwule Welle zurück auf die Bedeutung schwuler und lesbischer Medien als persönliches und politisches Sprachrohr in den vergangen 30 Jahren.

  • Die Schwule Welle in den 90er Jahren: Interview mit Robert Sandermann
  • Brauchen wir noch eine schwule Sendung? Ausschnitte aus einer Studiodebatte 1994.
  • Lesbenradio oder feministisches Radio? Interview über die Geschichte von La Radio mit Eva Gutensohn.
  • „Scheusliches Zeug“ – der Fliederfunk war dem bayrischen Medienrat lange ein Dorn im Auge. Ein historischer Rückblick von Radio Z.

https://rdl.de/beitrag/auf-der-welle-gegen-den-strom-schwul-lesbische-medien-0


07.11.2014 – (An)erkannt werden – vor dem Gesetz, von den Nachbarn, von den Mitkämpfer_innen

Es geht darum, einen Namen zu haben, der geschrieben und ausgesprochen wird, ein Gesicht und eine eigene Geschichte. Aber auch eine kollektive Geschichte von Mord und Ausgrenzung, die kaum jemand hören will und am besten einmal im Jahr die Straße:

  • Bill Schaefer, versucht seit 15 Jahren mühevoll die Geschichten all jener Männer vor dem Vergessen zu bewahren, die in Südbaden während des Nationalsozialismus eingesperrt und ermordet wurden.
  • Susanne Schmid lebte Anfang der 90er Jahre in der FrauenLesben-WG A4 und machte dort feministische und lesbische Politik: im Wohnzimmer, auf der Straße, auf Podien und Häuserwänden.
  • Ronny Pfreundschuh wollte in diesem Jahr endlich einen politischen CSD nach Freiburg bringen und hat es mit anderen zusammen geschafft, drei Tage lang die Freiburger Innenstadt in einen queeren offenen bunten Raum zu verwandeln.
  • Adrian Hoffmann und Annika Spahn erzählen ihre eigene Geschichte als Trans* und lesbisch lebende Person immer und immer wieder Jugendlichen in Schulen.

https://rdl.de/beitrag/erkannt-werden


21.11.2014 – (Schutz)räume erobern – schwule Bücher lesen im Lesbenfrühling

In einer Gesellschaft, in der Homo-und Transphobie nur auf dem Papier abgeschafft war, galt es eigene Räume zu erobern. Räume, die frei waren von neugierigen und feindseligen Blicken. Orte, in denen eigene Geschichten geschrieben und Identitäten erfunden werden konnten. Zusammenschlüsse, die eine politische Lobby im heterosexuellen Mainstream möglich machten:

  • Das erste Freiburger Frauenzentrum in der Luisenstraße. Zwischen 1977 und 84 entwickelte sich hier ein wichtiger Treffpunkt für Lesben. Autonom oder autark, speratistisch oder Ausgangspunkt subkultureller Aktion? Evelyn Krümmel erzählt, was das Zentrum für sie persönlich und politisch bedeutet hat.
  • ARCADOS: 1977 eröffnet Peter Thommen den ersten schwulen Buchladen Europas, in einer alten Wäscherei in Kleinbasel. Und das, obwohl man damals die Bücher zum Thema an einer Hand abzählen konnte.
  • Maurer*, Lehrer,Ingenieurin, Proffessor*in, Verkäufer: das sind viele Schwule, Lesben und Trans* Montags bis Freitags, von 9 -17 Uhr. Ingo Busch, LSBTTIQ-Beauftragter der Gewerkschaft Ver.di erzählt, wie sich Arbeitsnehmer_innen über 40 Jahre lang mühsam eine Stimme in der Gewerschaft erkämpft und Diskriminierung am Arbeitsplatz zum Thema gemacht haben.
  • Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie? Um sowas wurde sich in Lesbenzusammenhänge zunächst nicht weiter gekümmert. Doch ab Mitte der 80er Jahre beginnen sich Schwarze Frauen gegen die Ignoranz der weißen Lesben zur Wehr zu setzen. Martina Hocke organisiert 1993 das Lesbenfrühlingstreffen in Freiburg unter dem Motto: „Nieder mit den Mauern – grenzenlos lesbisch“, ein Versuch sich dem schwierigen Thema anzunähern.

https://rdl.de/beitrag/queeres-leben-schutzr-ume-erobern-schwule-b-cher-lesen-im-lesbenfr-hling