CSD Freiburg 2021: Motto, Redebeiträge, Presse, Fazit

CSD Freiburg 2021: "break free!"

Seit Jahren nehmen tausende Menschen am CSD Freiburg teil, um für Menschenrechte, Gleichstellung, Akzeptanz, Vielfalt und Sichtbarkeit einzutreten. Der CSD Freiburg wird ehrenamtlich und unkommerziell organisiert vom CSD Freiburg e.V.


CSD Freiburg Kundgebung 2021

Die CSD Kundgebung fand am 17.07.21 ab 14:00 Uhr auf dem Stühlinger Kirchplatz in Freiburg statt.

Break free!

so lautet das Motto des Freiburger CSD 2021.

In Zeiten, in denen sich Gefangensein auf verschiedenste Weisen zeigt, bleibt die Befreiung unsere Losung.

Mentales Gefangensein

Oft sind die Fesseln, die uns davon abhalten, frei zu leben und unsere Bedürfnisse zu verwirklichen eher mentaler als manifester Natur. Mentales Gefangenensein kann viele Ursachen haben. Diese können bis weit in die Kindheit zurückreichen, basierend auf mangelndem Vertrauen, Wertschätzung oder Erziehungsformen oder Werten in der Familie. Mentales Gefangensein kann seine Ursachen aber auch in gesamtgesellschaftlichen Normen und Gesetzen haben, die uns verbieten zu sein, wer wir sein wollen, oder zu lieben, wen wir lieben. Freundinnenkreise, Beziehungen, Ehen, Justiz und Polizei, Gesellschaftsformen, Religionen oder Staaten können dazu beitragen, dass wir innerlich gefangen sind und uns daran hindern zu leben.

Break free!

Manifeste Gefangenschaft

Weltweit werden queere Menschen gejagt, verfolgt, inhaftiert, gefoltert und mit dem Tode für das bestraft, was sie sind – queer, schwul, lesbisch, bisexuell, transident, transgender, transsexuell, intersexuell, oder eine andere Form die nicht der Heteronorm entspricht. Ob es Religiöse, Nationalistinnen, Rechte, Konservative, ob es Staaten, Kirchen oder welche Art von Machtapparaten auch immer sind, die uns am Leben hindern.

Break free!

Solidarität

Ob es Menschen sind, die innerlich so sehr gefangen sind, dass sie sich nicht trauen, ihre Liebe zu leben, ob es Menschen sind, die in Familien, Ehen oder anderen sozialen Gefügen gefangen sind und sich nicht trauen, zu ihren Bedürfnissen zu stehen. Ob es queere Aktivist*innen sind, die in Gefängnissen sitzen oder all die anderen queeren Menschen, die an Unfreiheit leiden. Gefangensein hat viele Gesichter und das Schlimmste ist, darin allein gelassen zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns sehen, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen, helfen und zur Seite stehen.

Break free!

Stand together! Gemeinsam gegen das Gefangensein! Zusammen für die Freiheit und die Liebe!


Quelle: https://freiburg-pride.de

  • 14.00: Begrüßung CSD-Orga
  • 14.15: Grußwort Oberbürgermeister Horn
  • 14.20: Chloe de la Choco, Candy Crystal, Casy Sympatic, Edina Knowls (DRAG-Queen Performance)
  • 14.30: Rosa Hilfe e.V. (Redebeitrag)
  • 14.40: Amanda Wine (LIVE: DRAG-Queen Performance)
  • 14.50: Transall e.V. (Redebeitrag)
  • 15.00: Asia Crystal (DRAG-Queen Performance)
  • 15.10: Vivienne van Jay Jay (Redebeitrag)
  • 15.20: Vivienne van Jay Jay (DRAG-Queen Performance)
  • 15.30: Navika (Redebeitrag)
  • 15.40: Atlas (DRAG-King Performance)
  • 15.50: AIDS-Hilfe Freiburg e.V. (Redebeitrag)
  • 16.00: Krawallbarbie 106 & Pa$ha (LIVE: HipHop)
  • 16.30: Antifaschistische Jugend (Redebeitrag)
  • 16.40: Miss Jacuzzi (DRAG-Queen Performance)
  • 16.50: Regenbogenreferat (Redebeitrag)
  • 17.00: Skinny Bitch (Pop)
  • 18.00: Fluss e.V. (Redebeitrag)
  • 18.10: GEM (DRAG-Queen Performance)
  • 18.20: Martha Magnum (DRAG-Queen Performance + Magnum TV)
  • 18.30: Feministische Linke Freiburg – FeLi (Redebeitrag)
  • 18.40: Lissi & Liesa (Elektro)
  • 19.40: Hausvrau (Vogue-Performance & Sound)
  • 20.40: A-B (Techno)
  • 21.50: All Queens* & Kings*
  • 21.55: CSD-Orga

Dank Radio Dreyeckland gibt es alle Redebeiträge von der CSD Kundgebung zum Nachhören:

Begrüßung durch die CSD-Orga
Grußwort von OB Martin Horn
Forderungen des CSD Freiburg e.V.
Rosa Hilfe Freiburg e.V.
Bunte Jugend der Rosa Hilfe Freiburg e.V.
TransAll e.V.
Vivienne van Jay Jay (Drag-Queen)
Navika (Thema: BIPOC)
Checkpoint Aidshilfe Freiburg e.V.
Antifaschistische Jugend Freiburg
Regenbogenreferat des AStA der Uni Freiburg
FLUSS e.V.

Break free!

Liebe Menschen,

Auch in diesem Jahr ist alles anders.

Und trotzdem haben wir uns wieder entschieden einen CSD in Freiburg zu veranstalten.

Auch 2021 blicken wir als Orga auf ein erfolgreiches CSD Wochenende zurück.

Wir wollen unsere ersten Worte dieses Fazits allen Helfenden und Unterstützenden widmen, die dieses Spektakel mit uns zusammen ermöglicht haben; nur durch diesen Einsatz konnte die CSD-Kundgebung Realität werden.

Trotz der aktuellen Gefahrenlage um Covid-19 haben wir es mit euch zusammen geschafft.

Wir haben wie auch 2020 mit etwa 1.000-1.500 Teilnehmerinnen gerechnet. Es waren mit über 5.000 Teilnehmerinnen aber mehr als fünf mal soviele Menschen gekommen.

Es freut uns sehr, dass sich soviele Menschen am Protest für die Rechte der LSBTTIQ-COMMUNITY beteiligen und unseren Forderungen Gewicht verleihen.

Den 1,5 Meter-Abstand zwischen den Teilnehmenden einzuhalten war angesichts der großen Menschenmenge aber schier unmöglich. Trotz unserer permanenten Durchsagen, die Abstände einzuhalten, konnte dieses Ziel deshalb leider nur temporär verwirklicht werden. Dass auch wir als Orga glücklicher damit gewesen wären, wenn die Abstände immer und von allen eingehalten worden wären, steht außer Frage.

Über Teile der lokalen Presseberichterstattung sind wir jedoch sehr irritiert. Herr Mauch (Ressortleiter / Stadtredaktion Freiburg) tut sich in punkto Negativpresse und CSD wieder einmal hervor. Dabei schwingt er sich in seinem Kommentar zum persönlichen Berater des Oberbürgermeisters auf, indem er ihm Handlungsanweisungen aufdrängt. Darüber hinaus verquickt er auch Themen die rein sachlich nichts miteinander zu tun haben, sich aber anbieten, um Stimmung gegen den CSD und die LSBTTIQ-COMMUNITY zu machen. Auch Herr Mauch dürfte mitbekommen haben, dass sich die Coronaverordnung für Kitas, Schulen und andere Indoorveranstaltungen von der für Versammlungen unter freiem Himmel unterscheidet.

Alle Teilnehmenden des CSD pauschal als ignorant zu bezeichnen und diese der „verantwortungsbewussten Gesellschaft“ gegenüber zu stellen, ist aus verschiedensten Perspektiven betrachtet schlicht weg falsch und bei genauerem Hinsehen als stumpfe Polemik zu entlarven. Das scharfe Vokabular von Herr Mauch ist Wasser auf die Mühlen derer, welche die in Teilen unzureichende Erfüllung der Abstände, dazu nutzen, um endlich hemmungslos gegen die LSBTTIQ-COMMUNITY zu hetzen. Was sich in den Kommentarspalten von Badischer Zeitung und Facebook unmittelbar abzeichnete. Mauchs Versuch den „ignoranten CSD Teilnehmenden“ die „verantwortungsbewusste Gesellschaft“ entgegenzustellen gipfelt darin, dass er den CSD in einem Atemzug mit den „Querdenker-Demos“ nennt. Diese Parallele zu ziehen ist ungeheuerlich.

Die plumpe Stimmungsmache von Herrn Mauch gegen den CSD und seine Teilnehmer*innen verurteilen wir aufs Schärfste.

Die Inzidenz in Freiburg ist seit dem CSD übrigens kontinuierlich gesunken. Vor dem CSD hat sich die Freiburger Inzidenz binnen 3 Wochen von 3 auf 19 versechsfacht. Wäre diese Kurve kontinuierlich müsste die Inzidenz 3 Wochen nach dem CSD bei 120 liegen, und das auch komplett ohne das Event CSD. Jetzt, 3 Wochen nach dem CSD liegen wir in Freiburg bei einer Inzidenz von 16. Das zeigt aber auch, dass solche Prognosen und Rechenspiele nicht wirklich Sinn machen.

Vielleicht wären Herr Mauch und Konsorten gut beraten darin, sich künftig an Fakten und nicht an bloßem Empfinden zu orientieren. Die politische Ausrichtung der Berichterstattung ist sonst all zu leicht zu entlarven.

Was uns auch traurig und wütend macht ist, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf dem CSD-Platz randaliert wurde. Mehrere, der von uns gemieteten, mobilen Toiletten wurden umgeworfen. Zudem wurden drei unserer großen Transparente heruntergerissen und gestohlen. Hinweise zu den Taten nehmen wir gerne entgegen.

Aber nun zurück zu den guten Nachrichten des CSD 2021.

Wir konnten real in die Öffentlichkeit treten und zeigen, dass wir als Community zusammenhalten.
Der CSD Freiburg feierte in seiner jetzigen Konstellation dieses Jahr seinen 8. Geburtstag. Vor 8 Jahren fragten sich ein paar Menschen in der Community: „Warum gibt es in Freiburg eigentlich keinen CSD (mehr)?“ Was im ersten Jahr noch relativ zügig in ein paar Monaten über die Bühne ging – die Planung von Demonstration, Kundgebung und Partys – ist mittlerweile ein ganzjähriger Kraftakt geworden, den ein sehr kleines Orga-Team jedes Jahr aufs Neue stemmt. Von Jahr zu Jahr steigende Teilnehmendenzahlen sowie die Professionalisierung des Ablaufs führten zu immer höheren Ansprüchen, Anforderungen und Auflagen, die die Organisation dieses Fests der Liebe zu einer wahren Herausforderung machen.

Und trotz der schier unmöglichen Umstände haben wir es auch 2021 geschafft einen CSD mit Kundgebung auf die Beine zu stellen. Die Stimmung war fantastisch und der umwerfende Erfolg gibt uns recht. Ein unkommerzieller, alternativer CSD ist auch in ‚Coronazeiten‘ möglich!

Politisches Fazit 2021 und Kritik

Auch in diesem schwierigen Jahr ziehen wir für die Kundgebung auf dem Stühlinger Kirchplatz insgesamt eine positive Bilanz.

2021 ist es uns wieder gelungen, ein schönes, großes und liebevolles Fest für alle Menschen zu organisieren.

Was uns allerdings sprachlos macht: Zwischen unserer Demo 2019 und dem diesjährigen CSD wurde keine einzige unserer langjährigen Forderungen erfüllt. Solange unsere Forderungen und somit auch die Community nicht vollumfänglich in der Gesellschaft ankommen, bleiben wir unbequem und erinnern jedes Jahr an all die Dinge, die das Leben von LSBATIQ-Personen einschränken und beschneiden. Alle Redebeiträge dieses Jahr waren politisch und gesellschaftskritisch erarbeitet und folgten unserer Empfehlung, sich mit dem diesjährigen Motto auseinanderzusetzen – auch hierfür möchten wir uns herzlich bedanken! Wir hatten mit über 20 Infoständen soviele teilnehmende Gruppen wie noch nie. Und mit über 40 Künstlerinnen und Redner*innen während unseres 8 stündigen Bühnenprogramms haben wir auch hier einen neuen Rekord aufgestellt.
Alles in allem hat vieles gut funktioniert und an manchen Dingen bleibt weiterhin Verbesserungsbedarf.
Wir wünschen uns weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Gruppen.

Last but not at all least:

Wir verstehen den CSD als Erinnerungstag an die Aufstände der queeren Community in der Christopher Street, als Tag an dem alle Menschen, egal welcher geschlechtlichen Identität oder welcher sexuellen Orientierung, sich so zeigen dürfen wie sie sind. Es ist der Tag, an dem die Anliegen der queeren Community ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft – in der Mitte der Stadt – finden, sowie alle aktiven queeren Gruppen und deren Unterstützenden für ihre Rechte und Anliegen auf die Straße gehen. Wir freuen uns sehr, dass im Vorfeld zum CSD 2021 ein guter und konstruktiver Austausch mit den beteiligten Stellen der Stadt stattgefunden hat.

Wir sind einer der größten CSDs in Deutschland (im Hinblick auf die Teilnehmendenzahl)!

Wir sind unkommerziell!

Wir sind ein Teil von Freiburg und wir bleiben!

Zahlen

Der CSD Freiburg wird von Vielen getragen und unterstützt. Dafür sind wir dankbar und darauf sind wir stolz. Weder die Kundgebung noch die anderen CSD-Veranstaltungen wurden und werden von kommerziellen Werbebannern erdrückt. Wir sind stolz darauf, euch nach bisherigem Stand auch in diesem Jahr sagen zu können: ganz ohne Gebühren für Infostände und Gruppen oder Eintrittspreise – ein unkommerzieller CSD ist möglich! Da wir aufgrund der Coronaverordnungen keine Abendveranstaltung und Partys machen könnten, ist uns unsere Finanzierungsquelle erneut komplett weggebrochen. Wir danken deshalb ausdrücklich der Stadt Freiburg für ihre finanzielle Unterstützung des CSD. Und hoffen, dass wir damit auch in Zukunft rechnen dürfen.

Für uns stehen Inhalte im Vordergrund, weshalb wir dieses Jahr nochmal ganz klar an alle teilnehmenden Rednerinnen/Gruppen kommuniziert haben: seid politisch, seid kreativ! Der CSD war und ist für uns eine politische Veranstaltung. Politische Inhalte, Workshops und Diskussionen, sowie queere Kultur- und Partyveranstaltungen, die Kundgebung und die Demonstration durch die Freiburger Innenstadt stehen seit Anbeginn im Mittelpunkt unseres Handelns. Diese Linie haben wir über die vergangenen Jahre fortgeführt und verzeichnen hiermit immer größeren Erfolg. Die Anzahl der Infostände ist dieses Jahr mit über 20 zu betiteln. Die Schätzungen bezüglich der Teilnehmerinnen der Kundgebung belaufen sich auf mindestens 5.000 Personen (Polizei). Unsere Einschätzung als CSD Orga liegt ähnlich.

Wir freuen uns sehr, dass trotz ‚Corona‘ wieder einmal Hunderte Menschen an diesem Tag für die Rechte von LSBATIQ-Personen auf die Straßen gegangen sind und damit auch international, beispielsweise mit den Aktivistinnen in Polen, Ungarn, Georgien oder der Türkei, Solidarität gezeigt haben.

Ein Kernteam aus dreizehn Menschen verschiedenster sexueller Orientierungen und geschlechtlicher Identitäten, sozialer und geografischer Herkunft sowie aller Altersstufen hat ein Jahr lang darauf hingearbeitet, den CSD Freiburg in dieser Form zu ermöglichen und queere Netzwerke zu erweitern. Insgesamt lässt sich sagen, dass der Freiburger CSD von hunderten Menschen getragen, von Tausenden unterstützt und noch mehr Menschen in Bewegung gebracht wurde.

Awareness

Wir haben uns auch in diesem Jahr von euch einen verantwortungsbewussten Umgang mit euch selbst (Alkohol/Drogenkonzept), mit anderen und eurer Umwelt (Müllkonzept) gewünscht. Dies bezog sich auch auf den Konsum von Speisen und Getränken (vegan).

Kern unseres Awarenesskonzeptes war, dass wir übergriffiges Verhalten, Homo- und Transfeindlichkeit, sowie Sexismus, Rassismus, Ableismus und Nationalismus auf unseren Veranstaltungen nicht dulden. Hunderte Menschen haben zusammen den CSD gefeiert und trotz sexuell aufgeheizter und berauschter Stimmung, Menschenmassen und lauter Musik eine äußerst freundliche, friedliche und respektvolle Atmosphäre geschaffen. Leider wurde uns von zwei Fällen sexueller Belästigung während und nach der Kundgebung auf dem Nachhauseweg erst im Nachhinein berichtet. Wir möchten noch einmal betonen, dass für Menschen, die sich übergriffig verhalten und damit Grenzen anderer nicht berücksichtigen auf unseren Veranstaltungen kein Platz ist! Das gilt für alle (auch für Zuschauerinnen, Fotografinnen und Passantinnen).

Wir wünschen uns von allen einen respektvollen Umgang miteinander und bitten jeden, dieder sich belästigt fühlt, sich an unser Awareness-Team oder die Security und die Orga am CSD Infopoint zu wenden, denn genau dafür sind wir da und nur so kann man zeitnah handeln – im Sinne der Betroffenen, als auch um erneuten Übergriffen entgegen zu wirken.

Das Besondere am CSD Freiburg

Der Freiburger CSD 2021 war Dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadt Freiburg auch in diesem schwierigen Coronajahr unkommerziell.

Dies ermöglicht es uns auch 2021 weder für teilnehmende Gruppen, noch für Infostände Gebühren zu erheben und damit einen größtmöglichen Zugang für alle zum CSD in Freiburg zu schaffen. Auch hier können wir nur alle anderen CSDs ermutigen wieder mehr die eigentliche Sache in den Mittelpunkt zu stellen. Der CSD ist keine kommerzielle Werbeveranstaltung, die durch Werbebanner erschlagen werden sollte, sondern eine politische und das soll auch so bleiben.

Der Freiburger CSD 2021 war antirassistisch und gegen Nationalismus gerichtet, wie seit 2014 in jedem Jahr. Forderungen wie beispielsweise die nach einem Bleiberecht für alle Geflüchtete sind für uns elementar, unter denen LSBATIQ*-Menschen eine mehrfach bedrohte Gruppe darstellen.
Wir werden uns auch weiterhin für die Rechte aller Menschen einsetzen.

Der Freiburger CSD 2021 war antifaschistisch, wie seit 2014 in jedem Jahr. Die Bühne der CSD-Orga stand unter dem Label der „Antihomophoben Aktion“. Die politische Positionierung eines CSD war in ihren Ursprüngen schon immer links, ist links und sollte auch immer links bleiben. CSDs sind Gedenktage an die Aufstände und Straßenschlachten queerer Menschen in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969. Die politischen Anliegen der queeren Gemeinschaft sind seit jeher Teil antifaschistischer Politik. Dass sich die CSD-Orga unter der Regenbogenflagge der „Antihomophoben Aktion“ präsentiert, ist also angesichts der CSD-Geschichte eine logische Konsequenz.

Der Freiburger CSD 2021 war solidarisch und mit anderen sozialen Bewegungen vernetzt, wie seit 2014 in jedem Jahr. Ausgrenzung und Diskriminierung betrifft Menschen auf vielfältige Weise, sodass wir die queere Bewegung auch mit anderen Antidiskriminierungs- und Menschenrechtsbewegungen, der Tierrechtsbewegung und der ökologischen und der Klima-Bewegung verbunden sehen. Wir erklären uns auch in Zukunft mit emanzipatorischen sozialen Bewegungen solidarisch.

Der Freiburger CSD 2021 war vegan, wie schon seit 2014 und wird es auch bleiben.

Damit wir unserer Linie auch weiterhin treu bleiben können, bitten wir euch, den Freiburger CSD auch weiterhin zu unterstützen.

Spendet bitte, damit der CSD ein unkommerzielles Projekt bleiben kann

Kommt zu den offenen Planungstreffen und engagiert euch beim CSD-Verein.

Bringt euch und eure Ideen ein!
Eure CSD Freiburg Orga

Quelle: https://www.facebook.com/CSDFreiburg/posts/5890692594305710

Schwule Welle Sondersendung

Sondersendung der Schwulen Welle mit Interviews

We Talk Freiburg

Quelle: We Talk Freiburg

CSD Freiburg e.V.

Der CSD Freiburg e.V. besteht aus einem kleinen Team, das den Freiburger CSD ehrenamtlich und unkommerziell realisiert. Wenn du dich engagieren willst, wenn du für die Rechte von LGBTIQ*-Menschen eintreten möchtest, wenn du gegen Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus bist, mach mit beim CSD-Orga-Team!

Forderungen des CSD Freiburg e.V. im Überblick
  • Gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt
  • Gegen Rechtspopulismus, Nationalismus und religiösen Wahn
  • Lebt euer Leben und eure Gefühle – nicht die Norm!
  • Gegen „Straightacting“ und „Homonorm“
  • Gegen Mehrfachdiskriminierung
  • Gegen Anonymisierung
  • Auf die Straßen!
Forderungen des CSD Freiburg e.V.

Gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt
  • Wir sehen uns als Teil des queeren Feminismus und setzen uns für einen gemeinsamen Kampf für die Rechte aller ein: unabhängig von sozialer, kultureller, geografischer Herkunft, Fähigkeiten, körperlicher Ausprägung oder sexueller Orientierung und Identität
  • Wir fordern die Gleichstellung und Anpassung an queere Lebensrealitäten, frei von religiös dominierten, heteronormativen und sexistisch geprägten Machtvorstellungen
  • Wir fordern mehr Räume für queeren Aktivismus, für Freiburg explizit ein queeres Zentrum im Herzen der Stadt
  • Wir freuen uns über die Öffnung der Ehe, fordern aber die völlige Gleichstellung queerer Lebensgemeinschaften, vor allem in Bezug auf das noch bestehende diskriminierende Adoptionsverfahren für queere Lebensgemeinschaften, welches mit Abänderung des Grundgesetzes aufgehoben werden könnte
  • Wir fordern darüber hinaus eine grundsätzliche gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem bisherigen Konzept von Ehe und Familie
  • Wir fordern die Anpassung der Bildungspläne an queere Lebensrealitäten
  • Wir fordern ein sofortiges Ende der Verbreitung sexistischer Sprache, Rollenbilder und anderer patriarchaler Machtstrukturen (z.B. Lohndiskriminierung von Frauen*, sexistische Werbung und Bagatellisierung von sexuellen Übergriffen)
  • Wir fordern Gewalttaten statistisch zu erfassen und Hassverbrechen gegen Menschen, die von der Heteronorm abweichen, zu ahnden
  • Wir fordern ein sofortiges Ende der Pathologisierung von Trans* und Inter*-Personen
  • Wir fordern die Möglichkeit zur unkomplizierten Änderung des Personenstands (Angaben zu Namen und Geschlecht)
  • Wir fordern das Verbot von geschlechtszuweisenden medizinisch nicht indizierten Operationen an Kindern und Säuglingen vor dessen Einwilligungsfähigkeit
  • Wir sprechen uns gegen die Stigmatisierung und Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen aus.
  • Wir fordern eine umfassende nationale und internationale Unterstützung von Risikogruppen. Das beinhaltet konsequentes Fortschreiten von Prävention und Forschung sowie kostenlosen Zugang zu prophylaktischer und akuter Medikation und Therapie (z.B. PReP)
  • Wir wünschen uns mehr Solidarität innerhalb emanzipatorischer sozialer Bewegungen, weil Diskriminierungsformen eng miteinander verschränkt sind
  • Wir fordern das vollständige Ende von Konversionstherapien. Am 7. Mai 2020 wurde ein Gesetz verabschiedet, welches Konversionstherapien bei Minderjährigen bis 18 Jahre verbietet und welches auch ein vollständiges Werbeverbot beinhaltet. Jedoch schützt dies nicht Erwachsene, auch wenn es heißt, dass Therapien bei Erwachsenen auch verboten werden, wenn diese Behandlungen aufgrund eines Willensmangels, Druck oder Gewalt zustande kommen. 
Gegen Rechtspopulismus, Nationalismus und religiösen Wahn
  • Wir fordern das konsequente Vorgehen gegen völkische, nationalistische, rechtsextreme und religiöse Propaganda, die international, europaweit und innerhalb Deutschlands auf dem Vormarsch sind
  • Wir wenden uns entschieden gegen religiöse und staatliche Unterdrückungsstrukturen und sie begünstigende Regierungen und Regime
  • Wir fordern eine konsequente Trennung von Kirche und Staat
  • Wir fordern die Anwendung des allgemeinen Arbeitsrechts (AGG etc.) auch bei kirchlicher Trägerschaft, wenn diese staatliche Aufgaben übernehmen und davon finanziert werden
  • Wir fordern ein Ende des diplomatischen Kuschelkurses mit homo- und trans*feindlichen Staaten und Regimen (z.B. auch Waffenlieferungen). Bsp.: in Freiburgs iranischer Partnerstadt Isfahan wurden 2017 dutzende schwule Männer verhaftet, deren Verbleib bis heute unbekannt ist
  • Wir fordern, dass Rechtspopulist*innen und Nationalromantiker*innen sowie Parteien, wie z.B. die AfD, daran gehindert werden mit ihren menschenverachtenden Forderungen und Inhalten den öffentlichen Diskurs zu dominieren
  • Wir fordern die Unterstützung von Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Ausprägung oder ihrer sexuellen Identität oder Orientierung fliehen mussten und müssen. Unter Geflüchteten sind LSBTIQA*-Menschen eine mehrfach gefährdete Gruppe, der besonderer Schutz zuteilwerden muss
  • Wir sind gegen eine weitere Verschärfung und Aushöhlung des Asylrechts
  • Wir fordern das Ende der Residenzpflicht
  • Wir fordern ein Bleiberecht für alle
  • Egal, welche Maske den Faschismus verschleiert, reißt sie herunter – wir haben keine Lust unser Leben von irgendwelchen Erdogans, Putins, Trumps und Petrys diktieren oder bedrohen zu lassen
  • Wir solidarisieren uns mit allen LSBTIQA*-Aktiven, die von Verfolgung betroffen sind, und unterstützen sie in ihren Kämpfen
Lebt euer Leben und eure Gefühle – nicht die Norm!
  • Unsere Forderungen richten sich nicht nur an die Politik und die heteronorme Gesellschaft, sondern auch an die queere Community bzw. die „Gayszene“
  • Wir fordern von den verschiedenen Szenen sexueller Vielfalt, sich als Gemeinschaft zu begreifen. Der Kampf der Lesben ist der Kampf der Schwulen. Schwule Interessen sind nicht losgelöst von Trans*themen zu sehen
  • Wir fordern alle Lesben, Schwulen, Bisexuellen, A_sexuellen, Poly*, Trans*, Inter*, und Queeren auf, die jeweiligen Belange mit Sensibilität zu betrachten und sich miteinander zu solidarisieren. Nur gemeinsam sind wir stark
Gegen „Straightacting“ und „Homonorm“
  • Wir wollen keine blinde Unterwerfung bei Normen und Schönheitsidealen, gerade nicht innerhalb der LSBTIQA*-Szene
  • Wir wenden uns gegen heteronormative Rollenbilder, Körpernormen und die sogenannte „Homonorm“. Es gibt mehr als identitäre Zuschreibungen wie Butch und Femme oder Muskelpaket, Bär und Tunte
  • Wir sprechen uns gegen das besonders in der schwulen Szene zunehmende „Straightacting“ und „heterolike“ aus. Dies ist eine Tendenz, die homosexuellen Menschen heteronormatives Verhalten, Auftreten und Erscheinen überstülpt und Homosexualität in der Öffentlichkeit am Liebsten unsichtbar sähe. Die queere Szene entzieht sich damit selbst ihrer gesellschaftlichen Existenzgrundlage
  • Wir ermutigen alle, mit ihrem Aussehen und ihrem Verhalten die Norm zu sprengen
Gegen Mehrfachdiskriminierung
  • Wir fordern ein Ende von Szene-internen Diskriminierungen, die sich besonders in sozialen Netzwerken und Dating-Plattformen häufen. Es ist völlig inakzeptabel, wenn Menschen beleidigt werden, weil sie angeblich zu klein, zu groß, zu dick oder zu dünn sind, weil sie dunkle oder helle Haut haben oder weil sie aus einem anderen geografischen oder sozialen Milieu stammen
  • Wir wünschen uns auch und insbesondere von der LSBTIQA*-Community eine bewusstere Wahrnehmung von (Mehrfach-)Diskriminierung und den Zusammenhängen von gesellschaftlichen Unterdrückungsmechanismen
  • Der CSD Freiburg positioniert sich gegen eine Stigmatisierung von physisch und psychisch Kranken und jede Form von Ableismus, Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und allen anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir fordern alle auf, dagegen aktiv zu werden!
Gegen Anonymisierung
  • Wir wünschen uns, dass queeres Leben wieder öffentlicher und sichtbarer stattfindet – nicht nur virtuell
  • Wir wünschen uns, dass homosexuelle bzw. queere Bekundungen von Zuneigung und Zärtlichkeit genauso ihren Platz in der Öffentlichkeit haben wie Heterosexuelle. Es darf nicht sein, dass Frauen, die Hand in Hand gehen, mit Pfiffen belegt werden. Es darf nicht sein, dass Männer verprügelt werden, wenn sie sich in der Öffentlichkeit küssen
  • Wir wünschen uns, dass Sexualität nicht vom restlichen Leben entkoppelt und damit in dunkle tabuisierte Räume verbannt wird
  • Wir fordern alle Lesben, Schwulen, Bisexuellen, A_sexuellen, Poly*, Trans*, Inter*, und Queeren auf, sich wieder und mehr sichtbar zu machen. Versteckt euch nicht und zieht euch nicht in virtuelle soziale Netzwerke zurück
  • Unser Leben ist genauso öffentlich oder privat wie das aller anderen Menschen
Auf die Straßen!

Wir stehen in der Tradition der Straßenschlachten von 1969 in der New Yorker Christopher Street. Die Freiheiten, die LSBTIQA* heute genießen, sollten selbstverständlich sein, doch sie sind spät und hart erkämpft worden. Jederzeit können sie zurückgenommen werden, wenn rechte, religiöse und völkische Ideen in der Gesellschaft erstarken.


Quelle: https://freiburg-pride.de