[DER SONNTAG] Drei junge Pfarrgemeinderäte schreiben Brief an Freiburger Erzbischof

Felix Sumbert, Luis Haber und Felix Lamprecht vor der Kirche Maria Magdalena. Die drei jungen Freiburger Pfarrgemeinderäte haben einen Brief an den Erzbischof geschrieben.Rita Eggstein

Mitte März sorgte die katholische Kirche für einen Aufschrei, als es aus Rom hieß, homosexuelle Paare entsprächen nicht dem göttlichen Willen und könnten daher nicht gesegnet werden. Ein weiterer Schritt in die falsche Richtung, sagen drei junge Freiburger Pfarrgemeinderäte. Daher haben Sie an Erzbischof Stephan Burger geschrieben – der nach mehreren Wochen auch antwortete.

„Wenn mich Leute fragen, weshalb ich mich für die Kirche engagiere, weiß ich inzwischen gar nicht mehr, was ich sagen soll“, erzählt Felix Sumbert. Der 24-Jährige ist Pfarrgemeinderat in Freiburg. Mit seinen Pfarrgemeinderatskollegen Luis Haber (24) und Felix Lamprecht (19) hat er seine Bedenken in einem Brief formuliert, den sie an Erzbischof Stephan Burger geschickt haben. So wie ihnen gehe es der Mehrheit der jugendlichen Engagierten in ihrer Gemeinde. Viele dächten über einen Austritt nach. Die veraltete Sexualmoral, die schleppende Aufklärung von Missbrauchsfällen, die Nicht-Segnung homosexueller Paare, die Ungleichbehandlung von Mann und Frau und der Mangel an demokratischen Strukturen seien daran schuld.

Auf ihren Brief haben sie viel positive Resonanz aus den Gemeinden bekommen, erzählen die drei. Wenig Resonanz kam aus der Erzdiözese. Erst vier Wochen, nachdem sie den Brief abgeschickt hatten – und vier Tage, nachdem die Badische Zeitung in der Erzdiözese angefragt hatte – antwortete Erzbischof Burger. Die Verzögerung sei den Osterfeiertagen geschuldet, heißt es. Burger schreibt in seiner Antwort, er könne das Anliegen gut nachvollziehen. Er sei jedoch gerade in Fragen der Weihe von Frauen oder der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften an römische Entscheidungen gebunden. „Eine Zuwiderhandlung hätte nur zur Folge, dass ich als Bischof mein Amt verlieren würde.“

Quelle:

https://ezeitung.badische-zeitung.de/