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Ausstellung “Fluid Bodies” | E-Werk

Thu. 17.09.2020 Sun. 01.11.2020

Nicole Bachmann (CH) | Natascha Schmitten (DE) | Denise Blickhan (DE) | JJ Levine (CA) | Jake Elwes (UK)

Vernissage
Do 17.09. | 19:00 Uhr

Ausstellung mit Performance: Fr 18.09.- So 01.11. | Galerie 1 & 2

Kuratiert von Heidi Brunnschweiler

Die Ausstellung Fluid Bodies zeigt f√ľnf k√ľnstlerische Positionen, die sich mit aktuellen Fragen bez√ľglich k√∂rperlicher Selbstbestimmung und Selbstgestaltung befassen.

Durch einen Liberalisierungsprozess, der in den 1960er Jahren einsetzte, wurden feste Vorstellungen, wie K√∂rper auszusehen, sich zu verhalten haben oder repr√§sentiert werden sollen, flexibel und flie√üend. In der Kunst glaubte man an die emanzipatorische Kraft neuer Medien, erprobte ein k√ľnstliches Selbst mit wandelbaren und frei zu gestaltenden K√∂rpern. Heute kommen durch soziale Medien und neue √úberwachungstechnologien abermals normative Vorstellung von K√∂rpern auf. Die Ausstellung Fluid Bodies zeigt, welchen Spannungsfeldern menschliche K√∂rper durch √∂konomische Verh√§ltnisse und digitale Medien heute ausgesetzt sind.

Nicole Bachmann (Z√ľrich) setzt sich in ihrer Performance ¬Ľor what is¬ę mit menschlicher Kommunikation unter Bedingungen des neoliberalen Informationskapitalismus’ auseinander. Drei Performerinnen f√ľhren mehrheitlich repetitive, isolierte Bewegungen aus, so als w√§ren sie von einer unsichtbaren Maschine oder einem Algorithmus gesteuert. In unterschiedlichen Intervallen finden sie aus ihrer Isolierung heraus und werden zu einer Gemeinschaft von K√∂rpern und Stimmen, die miteinander kommunizieren.

Natascha Schmitten (Köln) experimentiert mit der Art und Weise, wie Körper in der digitalen Bildkultur im Medium der Malerei dargestellt werden können. Traditionell wird Malerei als eher statisches Medium betrachtet. Natascha Schmitten sucht in ihrer Malerei nach Mitteln und Wegen, Körper dynamisch, fließend und beweglich erscheinen zu lassen. Dazu verwendet sie Nylon als Trägermaterial. Nylon ist lichtdurchlässig und bringt den durch viele Lasuren aufgetragenen Farbraum wie auf einem Bildschirm zum Vibrieren.

Denise Blickhan (Weimar) befragt in ihrem Performance-Zyklus MEDUSA stereotype Darstellungen von Frauenkörpern in den sozialen Medien. Mit ihren multimedial bespielten Installationen mit Live-Musik und Gesang inszeniert sie tradierte Schönheitsideale und gesellschaftliche Machtstrukturen. Ihre irisierenden Solo-Shows nehmen eine emotionale Untersuchung des Rollenverhalten einer narzisstischen Smart-Phone-Kultur vor.

JJ Levine (Montreal) erforscht in seinen fotografischen Porträts der Queer-Community in Montreal Darstellungsmöglichkeiten von mehrfachen Identitäten und Geschlechtsfluidität. In seinen Fotografien werden herkömmliche soziale und biologische Geschlechtervorstellungen von weiblich und männlich hinterfragt und erweitert. Seine Bilder zeigen z. B. Menschen wie den schwangeren Harry, ein transsexueller Mann, der einen physischen Zustand verkörpert, der traditionell dem weiblichen Subjekt vorbehalten ist.

Jake Elwes (London) interessiert sich f√ľr den Umgang von k√ľnstlicher Intelligenz mit genderfluiden K√∂rpern. Seine webbasierte Arbeit Zizi legt die Wirkung der heutige Erkennungs- und √úberwachungstechnologien offen. Sie bestimmen z. B. Merkmale falsch, wenn sie nicht dem herk√∂mmlichen Schema von weiblich und m√§nnlich entsprechen. Elwes nutzt die Fehlleistungen von K√ľnstlicher Intelligenz, um ineinanderflie√üende Gesichter zu erzeugen, die sich dem Zugriff von Gesichtserkennung entziehen

√Ėffnungszeiten Galerie f√ľr Gegenwartskunst im E-WERK:
Do & Fr jew. 17:00-20:00 Uhr | Sa 14:00-20:00 Uhr | So 14:00-18:00 Uhr

Eintritt frei

E-Werk

Escholzstr. 77
Freiburg, 79106 Germany
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