Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

CSD Freiburg 2021

Sa. 17.07.21 @ 14:00 22:00

CSD Freiburg 2021: "break free!"

Seit Jahren nehmen tausende Menschen am CSD Freiburg teil, um für Menschenrechte, Gleichstellung, Akzeptanz, Vielfalt und Sichtbarkeit einzutreten. Der CSD Freiburg wird ehrenamtlich und unkommerziell organisiert vom CSD Freiburg e.V.

Kundgebung 17.07.2021

Die CSD Kundgebung fand am 17.07.21 ab 14:00 Uhr auf dem Stühlinger Kirchplatz in Freiburg statt.

Break free!

so lautet das Motto des Freiburger CSD 2021.

In Zeiten, in denen sich Gefangensein auf verschiedenste Weisen zeigt, bleibt die Befreiung unsere Losung.

Mentales Gefangensein

Oft sind die Fesseln, die uns davon abhalten, frei zu leben und unsere Bedürfnisse zu verwirklichen eher mentaler als manifester Natur. Mentales Gefangenensein kann viele Ursachen haben. Diese können bis weit in die Kindheit zurückreichen, basierend auf mangelndem Vertrauen, Wertschätzung oder Erziehungsformen oder Werten in der Familie. Mentales Gefangensein kann seine Ursachen aber auch in gesamtgesellschaftlichen Normen und Gesetzen haben, die uns verbieten zu sein, wer wir sein wollen, oder zu lieben, wen wir lieben. Freundinnenkreise, Beziehungen, Ehen, Justiz und Polizei, Gesellschaftsformen, Religionen oder Staaten können dazu beitragen, dass wir innerlich gefangen sind und uns daran hindern zu leben.

Break free!

Manifeste Gefangenschaft

Weltweit werden queere Menschen gejagt, verfolgt, inhaftiert, gefoltert und mit dem Tode für das bestraft, was sie sind – queer, schwul, lesbisch, bisexuell, transident, transgender, transsexuell, intersexuell, oder eine andere Form die nicht der Heteronorm entspricht. Ob es Religiöse, Nationalistinnen, Rechte, Konservative, ob es Staaten, Kirchen oder welche Art von Machtapparaten auch immer sind, die uns am Leben hindern.

Break free!

Solidarität

Ob es Menschen sind, die innerlich so sehr gefangen sind, dass sie sich nicht trauen, ihre Liebe zu leben, ob es Menschen sind, die in Familien, Ehen oder anderen sozialen Gefügen gefangen sind und sich nicht trauen, zu ihren Bedürfnissen zu stehen. Ob es queere Aktivist*innen sind, die in Gefängnissen sitzen oder all die anderen queeren Menschen, die an Unfreiheit leiden. Gefangensein hat viele Gesichter und das Schlimmste ist, darin allein gelassen zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns sehen, dass wir uns gegenseitig wahrnehmen, helfen und zur Seite stehen.

Break free!

Stand together! Gemeinsam gegen das Gefangensein! Zusammen für die Freiheit und die Liebe!


Quelle: https://freiburg-pride.de

  • 14.00: Begrüßung CSD-Orga
  • 14.15: Grußwort Oberbürgermeister Horn
  • 14.20: Chloe de la Choco, Candy Crystal, Casy Sympatic, Edina Knowls (DRAG-Queen Performance)
  • 14.30: Rosa Hilfe e.V. (Redebeitrag)
  • 14.40: Amanda Wine (LIVE: DRAG-Queen Performance)
  • 14.50: Transall e.V. (Redebeitrag)
  • 15.00: Asia Crystal (DRAG-Queen Performance)
  • 15.10: Vivienne van Jay Jay (Redebeitrag)
  • 15.20: Vivienne van Jay Jay (DRAG-Queen Performance)
  • 15.30: Navika (Redebeitrag)
  • 15.40: Atlas (DRAG-King Performance)
  • 15.50: AIDS-Hilfe Freiburg e.V. (Redebeitrag)
  • 16.00: Krawallbarbie 106 & Pa$ha (LIVE: HipHop)
  • 16.30: Antifaschistische Jugend (Redebeitrag)
  • 16.40: Miss Jacuzzi (DRAG-Queen Performance)
  • 16.50: Regenbogenreferat (Redebeitrag)
  • 17.00: Skinny Bitch (Pop)
  • 18.00: Fluss e.V. (Redebeitrag)
  • 18.10: GEM (DRAG-Queen Performance)
  • 18.20: Martha Magnum (DRAG-Queen Performance + Magnum TV)
  • 18.30: Feministische Linke Freiburg – FeLi (Redebeitrag)
  • 18.40: Lissi & Liesa (Elektro)
  • 19.40: Hausvrau (Vogue-Performance & Sound)
  • 20.40: A-B (Techno)
  • 21.50: All Queens* & Kings*
  • 21.55: CSD-Orga

Stühlinger Kirchplatz

Stühlinger Kirchplatz
Freiburg, 79106
Google Karte anzeigen

Schwule Welle Sondersendung

Sondersendung der Schwulen Welle mit Interviews

#wtf: We Talk Freiburg

Quelle: We Talk Freiburg

Rückblick 2014-2020

CSD Freiburg 2020
CSD Freiburg 2019
CSD Freiburg 2018
CSD Freiburg 2017
CSD Freiburg 2016
CSD Freiburg 2015
CSD Freiburg 2014

Der kostenlose Audioguide „Queere Geschichte*n Freiburg“ erzählt an 27 Stationen in Freiburg historische und aktuelle Geschichten über queere Personen, Themen, Ereignisse, Kontroversen, Szenen und Orte.

Station 1: „Christopher Street Day“ – Der CSD geht auf einen Aufstand von queeren BIPOCs im Stonewall Inn in New York 1969 zurück. In Freiburg findet er zum ersten mal 1989 statt, mit radikalen politischen Ansprüchen. Seit Beginn bestehen Spannungsfelder rund um die politische Ausrichtung, das Verhältnis Party/Politik, zwischen den teilnehmenden Gruppen und um die Rolle von cis hetero Personen.

queere-geschichten-freiburg.de


CSD Freiburg e.V.

Der CSD Freiburg e.V. besteht aus einem kleinen Team, das den Freiburger CSD ehrenamtlich und unkommerziell realisiert. Wenn du dich engagieren willst, wenn du für die Rechte von LGBTIQ*-Menschen eintreten möchtest, wenn du gegen Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus bist, mach mit beim CSD-Orga-Team!

Forderungen des CSD Freiburg e.V. im Überblick
  • Gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt
  • Gegen Rechtspopulismus, Nationalismus und religiösen Wahn
  • Lebt euer Leben und eure Gefühle – nicht die Norm!
  • Gegen „Straightacting“ und „Homonorm“
  • Gegen Mehrfachdiskriminierung
  • Gegen Anonymisierung
  • Auf die Straßen!
Forderungen des CSD Freiburg e.V.

Gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt
  • Wir sehen uns als Teil des queeren Feminismus und setzen uns für einen gemeinsamen Kampf für die Rechte aller ein: unabhängig von sozialer, kultureller, geografischer Herkunft, Fähigkeiten, körperlicher Ausprägung oder sexueller Orientierung und Identität
  • Wir fordern die Gleichstellung und Anpassung an queere Lebensrealitäten, frei von religiös dominierten, heteronormativen und sexistisch geprägten Machtvorstellungen
  • Wir fordern mehr Räume für queeren Aktivismus, für Freiburg explizit ein queeres Zentrum im Herzen der Stadt
  • Wir freuen uns über die Öffnung der Ehe, fordern aber die völlige Gleichstellung queerer Lebensgemeinschaften, vor allem in Bezug auf das noch bestehende diskriminierende Adoptionsverfahren für queere Lebensgemeinschaften, welches mit Abänderung des Grundgesetzes aufgehoben werden könnte
  • Wir fordern darüber hinaus eine grundsätzliche gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem bisherigen Konzept von Ehe und Familie
  • Wir fordern die Anpassung der Bildungspläne an queere Lebensrealitäten
  • Wir fordern ein sofortiges Ende der Verbreitung sexistischer Sprache, Rollenbilder und anderer patriarchaler Machtstrukturen (z.B. Lohndiskriminierung von Frauen*, sexistische Werbung und Bagatellisierung von sexuellen Übergriffen)
  • Wir fordern Gewalttaten statistisch zu erfassen und Hassverbrechen gegen Menschen, die von der Heteronorm abweichen, zu ahnden
  • Wir fordern ein sofortiges Ende der Pathologisierung von Trans* und Inter*-Personen
  • Wir fordern die Möglichkeit zur unkomplizierten Änderung des Personenstands (Angaben zu Namen und Geschlecht)
  • Wir fordern das Verbot von geschlechtszuweisenden medizinisch nicht indizierten Operationen an Kindern und Säuglingen vor dessen Einwilligungsfähigkeit
  • Wir sprechen uns gegen die Stigmatisierung und Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen aus.
  • Wir fordern eine umfassende nationale und internationale Unterstützung von Risikogruppen. Das beinhaltet konsequentes Fortschreiten von Prävention und Forschung sowie kostenlosen Zugang zu prophylaktischer und akuter Medikation und Therapie (z.B. PReP)
  • Wir wünschen uns mehr Solidarität innerhalb emanzipatorischer sozialer Bewegungen, weil Diskriminierungsformen eng miteinander verschränkt sind
  • Wir fordern das vollständige Ende von Konversionstherapien. Am 7. Mai 2020 wurde ein Gesetz verabschiedet, welches Konversionstherapien bei Minderjährigen bis 18 Jahre verbietet und welches auch ein vollständiges Werbeverbot beinhaltet. Jedoch schützt dies nicht Erwachsene, auch wenn es heißt, dass Therapien bei Erwachsenen auch verboten werden, wenn diese Behandlungen aufgrund eines Willensmangels, Druck oder Gewalt zustande kommen. 
Gegen Rechtspopulismus, Nationalismus und religiösen Wahn
  • Wir fordern das konsequente Vorgehen gegen völkische, nationalistische, rechtsextreme und religiöse Propaganda, die international, europaweit und innerhalb Deutschlands auf dem Vormarsch sind
  • Wir wenden uns entschieden gegen religiöse und staatliche Unterdrückungsstrukturen und sie begünstigende Regierungen und Regime
  • Wir fordern eine konsequente Trennung von Kirche und Staat
  • Wir fordern die Anwendung des allgemeinen Arbeitsrechts (AGG etc.) auch bei kirchlicher Trägerschaft, wenn diese staatliche Aufgaben übernehmen und davon finanziert werden
  • Wir fordern ein Ende des diplomatischen Kuschelkurses mit homo- und trans*feindlichen Staaten und Regimen (z.B. auch Waffenlieferungen). Bsp.: in Freiburgs iranischer Partnerstadt Isfahan wurden 2017 dutzende schwule Männer verhaftet, deren Verbleib bis heute unbekannt ist
  • Wir fordern, dass Rechtspopulist*innen und Nationalromantiker*innen sowie Parteien, wie z.B. die AfD, daran gehindert werden mit ihren menschenverachtenden Forderungen und Inhalten den öffentlichen Diskurs zu dominieren
  • Wir fordern die Unterstützung von Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Ausprägung oder ihrer sexuellen Identität oder Orientierung fliehen mussten und müssen. Unter Geflüchteten sind LSBTIQA*-Menschen eine mehrfach gefährdete Gruppe, der besonderer Schutz zuteilwerden muss
  • Wir sind gegen eine weitere Verschärfung und Aushöhlung des Asylrechts
  • Wir fordern das Ende der Residenzpflicht
  • Wir fordern ein Bleiberecht für alle
  • Egal, welche Maske den Faschismus verschleiert, reißt sie herunter – wir haben keine Lust unser Leben von irgendwelchen Erdogans, Putins, Trumps und Petrys diktieren oder bedrohen zu lassen
  • Wir solidarisieren uns mit allen LSBTIQA*-Aktiven, die von Verfolgung betroffen sind, und unterstützen sie in ihren Kämpfen
Lebt euer Leben und eure Gefühle – nicht die Norm!
  • Unsere Forderungen richten sich nicht nur an die Politik und die heteronorme Gesellschaft, sondern auch an die queere Community bzw. die „Gayszene“
  • Wir fordern von den verschiedenen Szenen sexueller Vielfalt, sich als Gemeinschaft zu begreifen. Der Kampf der Lesben ist der Kampf der Schwulen. Schwule Interessen sind nicht losgelöst von Trans*themen zu sehen
  • Wir fordern alle Lesben, Schwulen, Bisexuellen, A_sexuellen, Poly*, Trans*, Inter*, und Queeren auf, die jeweiligen Belange mit Sensibilität zu betrachten und sich miteinander zu solidarisieren. Nur gemeinsam sind wir stark
Gegen „Straightacting“ und „Homonorm“
  • Wir wollen keine blinde Unterwerfung bei Normen und Schönheitsidealen, gerade nicht innerhalb der LSBTIQA*-Szene
  • Wir wenden uns gegen heteronormative Rollenbilder, Körpernormen und die sogenannte „Homonorm“. Es gibt mehr als identitäre Zuschreibungen wie Butch und Femme oder Muskelpaket, Bär und Tunte
  • Wir sprechen uns gegen das besonders in der schwulen Szene zunehmende „Straightacting“ und „heterolike“ aus. Dies ist eine Tendenz, die homosexuellen Menschen heteronormatives Verhalten, Auftreten und Erscheinen überstülpt und Homosexualität in der Öffentlichkeit am Liebsten unsichtbar sähe. Die queere Szene entzieht sich damit selbst ihrer gesellschaftlichen Existenzgrundlage
  • Wir ermutigen alle, mit ihrem Aussehen und ihrem Verhalten die Norm zu sprengen
Gegen Mehrfachdiskriminierung
  • Wir fordern ein Ende von Szene-internen Diskriminierungen, die sich besonders in sozialen Netzwerken und Dating-Plattformen häufen. Es ist völlig inakzeptabel, wenn Menschen beleidigt werden, weil sie angeblich zu klein, zu groß, zu dick oder zu dünn sind, weil sie dunkle oder helle Haut haben oder weil sie aus einem anderen geografischen oder sozialen Milieu stammen
  • Wir wünschen uns auch und insbesondere von der LSBTIQA*-Community eine bewusstere Wahrnehmung von (Mehrfach-)Diskriminierung und den Zusammenhängen von gesellschaftlichen Unterdrückungsmechanismen
  • Der CSD Freiburg positioniert sich gegen eine Stigmatisierung von physisch und psychisch Kranken und jede Form von Ableismus, Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und allen anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir fordern alle auf, dagegen aktiv zu werden!
Gegen Anonymisierung
  • Wir wünschen uns, dass queeres Leben wieder öffentlicher und sichtbarer stattfindet – nicht nur virtuell
  • Wir wünschen uns, dass homosexuelle bzw. queere Bekundungen von Zuneigung und Zärtlichkeit genauso ihren Platz in der Öffentlichkeit haben wie Heterosexuelle. Es darf nicht sein, dass Frauen, die Hand in Hand gehen, mit Pfiffen belegt werden. Es darf nicht sein, dass Männer verprügelt werden, wenn sie sich in der Öffentlichkeit küssen
  • Wir wünschen uns, dass Sexualität nicht vom restlichen Leben entkoppelt und damit in dunkle tabuisierte Räume verbannt wird
  • Wir fordern alle Lesben, Schwulen, Bisexuellen, A_sexuellen, Poly*, Trans*, Inter*, und Queeren auf, sich wieder und mehr sichtbar zu machen. Versteckt euch nicht und zieht euch nicht in virtuelle soziale Netzwerke zurück
  • Unser Leben ist genauso öffentlich oder privat wie das aller anderen Menschen
Auf die Straßen!

Wir stehen in der Tradition der Straßenschlachten von 1969 in der New Yorker Christopher Street. Die Freiheiten, die LSBTIQA* heute genießen, sollten selbstverständlich sein, doch sie sind spät und hart erkämpft worden. Jederzeit können sie zurückgenommen werden, wenn rechte, religiöse und völkische Ideen in der Gesellschaft erstarken.


Quelle: https://freiburg-pride.de