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Holocaust-Gedenktag (27.01.)

Do. 27.01.22 Ganztägig

Der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar wurde im Jahr 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau eingeführt. Mehr als sechs Millionen Juden wurden von den Nazis ermordet.

Jährliche Gedenkveranstaltung der Stadt Freiburg am 27. Januar:


NS-Verfolgung von schwulen Männern

Die NS-Verfolgung schwuler Männer vollzog sich primär über die 1935 in Kraft getretene Verschärfung des § 175 des Reichsstrafgesetzbuches (RStGB). Im Gegensatz zur Version aus dem 19. Jahrhundert, die nach ständiger Rechtsprechung „beischlafähnliche Handlungen“ für eine Strafbarkeit voraussetzte, reichten nach dem Willen der NS-Gesetzgebung bereits „begehrliche Blicke“ für eine Strafverfolgung.

Die Zahl der Männer, welche wegen homosexueller Vergehen verurteilt wurden, stieg ab 1935 rapide. Häufig wurden sie nach Verbüßung der gegen sie verhängten Gefängnisstrafe, manchmal aber auch, ohne dass sie gerichtlich verurteilt worden waren, von der Gestapo in Konzentrationslager verschleppt.

Im „Dritten Reich“ wurden über 100.000 Männer polizeilich erfasst (Rosa Listen), 50.000 Urteile ergingen aufgrund von §§ 175 und 175a RStGB. Insgesamt, so die Schätzung, dürften etwa 10.000 homosexuelle Männer in den NS-Konzentrationslagern inhaftiert worden sein, von denen etwa 53 % ums Leben kamen.

Quellen:


Der von den Nazis verschärfte § 175 wurde im Jahr 1945 von der BRD unverändert übernommen.

Erlittenes Unrecht wurde weder anerkannt noch entschädigt.

Stattdessen standen in den 1950er Jahren der BRD schwule Männer erneut vor denselben Richtern, die sie schon in der NS-Zeit zu Gefängnisstrafen oder KZ-Haft verurteilt hatten.

Mehr als 50.000 Männer sind nach dem von den Nazis verschärften § 175 verfolgt worden – und etwa ebenso viele bis 1969 auch in der BRD. Der seit 1872 geltende „Schwulen-Paragraf“ 175 wurde 1969 sowie 1973 entschärft und erst 1994 vollständig abgeschafft.

Symbolisch auf den 17.5. gelegt, beschloss der Bundestag im Jahr 2002 gegen Stimmen von CDU/CSU und FDP eine Ergänzung zum Gesetz zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile in der Strafrechtspflege. 

Damit wurden Verurteilungen wegen homosexueller Handlungen in der Zeit des NS für nichtig erklärt. Die Lesben- und Schwulenbewegung kritisierte, dass der Bundestag die Urteile nach 1945 unangetastet ließ, obwohl die Rechtsgrundlage bis 1969 die gleiche war.

Am 22.07.2017 ist das Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen in Kraft getreten.


Stolpersteine

Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann.

Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Der erste Stolperstein in Freiburg wurde am 22. Oktober 2002 verlegt. Heute gibt es in Freiburg insgesamt 460 Stolpersteine.

Auf der Grundlage der Forschungsarbeit von William Schäfer wurden in Freiburg auch Stolpersteine für fünf homosexuelle Männer verlegt.


Gedenktag

Freiburg, Germany