Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg verurteilt die queerfeindliche Gewalt am Rande des Karlsruher CSD

Pressemitteilung vom 09.06.2022

Im Karlsruher Schlosspark wurden am vergangenen Samstagabend Besucher_innen des CSD von einer bis zu 30-köpfigen Gruppe gezielt angegriffen. Es gab mehrere Verletzte. Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg verurteilt jede Form von queerfeindlicher Gewalt und fordert die Politik auf, geeignete Maßnahmen zur systematischen Verhinderung von Hasskriminalität zu ergreifen.

Der diesjährige CSD in Karlsruhe war schon vorbei, als eine Person mit einer Prideflagge von einer anderen bis zu 30-köpfigen Gruppe im Schlosspark angegriffen wurde. Laut Berichten von Polizei und Augenzeug_innen wurde die Fahne entrissen und verbrannt. Mehrere Menschen, die zur Hilfe eilten, seien zu Boden gebracht worden, wo auf sie eingeschlagen und getreten worden sei. Eine Person wurde per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

„Wir sind geschockt und tieftraurig über dieses Ausmaß queerfeindlicher Gewalt auf einer Veranstaltung im Zeichen von Liebe, Frieden und Vielfalt“, sagt Philine Pastenaci vom Sprechendenrat des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg. „Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieses Angriffs, und wir wünschen ihnen gute Besserung.“

Obwohl Polizei mit 10 Wannen in unmittelbarer Nähe gewesen sei, griffen laut einer Augenzeugin nur wenige Beamt_innen in das Geschehen ein und kümmerten sich um die Verletzten. Die Polizei habe die angreifende Personengruppe „ohne Kontrolle weiterlaufen lassen“. Daneben sei es sogar zu queerfeindlichen Äußerungen durch Einsatzkräfte gekommen. In diesem Zusammenhang soll auch die Aussage „Ihr habt noch nicht genug abbekommen“ gefallen sein.

Aufgrund der von verschiedenen Seiten geäußerten Vorwürfe, die Polizei habe nicht adäquat reagiert, gibt die Polizei nun an, die „Abläufe lückenlos aufklären zu wollen“.

„Dieser Vorfall muss von der Polizei umfassend aufgeklärt werden – auch in den eigenen Reihen“, sagt Janka Kluge vom Sprechendenrat des Netzwerks LSBTTIQ Baden-Württemberg. „In diesem Zusammenhang muss zudem sorgfältig geprüft werden, ob Polizist_innen bereits ausreichend zu den Themen LSBTTIQ und Hasskriminalität geschult werden.“

Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg setzt sich dafür ein, dass es ausreichend Safe Spaces für LSBTTIQ gibt – besonders für die CSD-Veranstaltungen im Land sollte Sicherheit und Schutz vor queerfeindlichen Übergriffen garantiert sein. Die Politik ist nun gefordert, weitergehende Maßnahmen zur systematischen Verhinderung von Hasskriminalität zu ergreifen.


 
Über das Netzwerk Das Netzwerk LSBTTIQ Baden-Württemberg ist ein überparteilicher und weltanschaulich nicht gebundener Zusammenschluss von lesbisch-schwul-bisexuell-transsexuell-transgender-intersexuell und queeren (LSBTTIQ) Gruppen, Vereinen und Initiativen. Das Netzwerk zeigt damit bereits die Vielfalt und die Vielgestaltigkeit von Geschlecht und sexueller Orientierungen. Ziel des Netzwerks ist es, die Zusammenarbeit der verschiedenen LSBTTIQ-Mitgliedsgruppen auf Landesebene zu fördern und den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, zu zentralen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten und gegenüber landespolitischen Entscheidungstragenden zu vertreten. Dabei greift das Netzwerk auf die vorhandenen Kompetenzen und Expertisen der Mitglieder zurück. Die Bündelung der Aktivitäten vor Ort erbringt Synergieeffekte, die den gesellschaftlichen Beitrag der Mitgliedsgruppen wirkungsvoller gestaltet. Die Eigenständigkeit jedes Mitglieds wird respektiert und alle Mitglieder arbeiten gleichberechtigt.

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LSBTTIQ: Die Abkürzung steht für einzelne Richtungen in der vielfältigen Regenbogen-Gemeinschaft – lesbisch (L), schwul (S), bisexuell (B), transgender (T), transsexuell (T), intersexuell (I), queer (Q).


Quelle:

https://www.netzwerk-lsbttiq.net/aktuelles/532-csd-ka-2022