[LSVD] Die UEFA entscheidet sich für den Kommerz und gegen die eigenen Überzeugungen

Pressemitteilung

Foulspiel gegen die Menschenrechte

Die UEFA entscheidet sich für den Kommerz und gegen die eigenen Überzeugungen

Anlässlich der Entscheidung der UEFA das Fußballstadion zum EM-Fußball-EM nicht in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, erklärt Axel Hochrein, Mitglied im Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD): Mit großem Aufwand präsentiert die UEFA im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft seine #EqualGame Kampagne. Das Verbot die Allianz Arena in München beim morgigen Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, zeigt wie viel ihr ein diskriminierungsfreier Fußball Wert ist: Nichts. Indem sie ein Bekenntnis zu den Werten Europas und Einhaltung der Menschenrechte ablehnt, tritt sie diese Werte mit Füßen.

Mit dem Scheinargument vom einheitlichen Stadion-Design wurde der einstimmige Antrag des Münchner Stadtrates abgelehnt. Würde die UEFA ihrer eigenen Kampagne glaubwürdig folgen, müssten eigentlich alle Stadien in Regenbogenfarben erstrahlen. Das Münchner Stadion, wo die ungarische Nationalmannschaft spielt und deshalb von vielen Menschen in Ungarn verfolgt wird, hätte mit Regenbogen-Beleuchtung ein deutliches Zeichen gegen die neue homophobe und transfeindliche ungarische Gesetzgebung gesetzt. Mit dem letzte Woche verabschiedeten Gesetz dürften Kinder und Jugendliche in Ungarn das Spiel gar nicht sehen, wenn die Arena in Regenbogenfarben leuchtet, Regenbogenfahnen im Stadion zu sehen sind oder sich für Solidarität und Akzeptanz ausgesprochen wird, was etwa auch der ungarische Nationaltorwart Peter Gulasci bereits gemacht hat!  

Wenn London Covid-bedingt als Austragungsort des Endspiels ausfällt, müsste man nach Budapest ausweichen, weil Ungarn das einzige Land ist, dass Stadien bis zum letzten Platz füllt. Und somit will die UEFA Ungarn nicht verärgern, die Kasse muss stimmen, was zählen da europäische Grundwerte und Menschenrechte.

Es ist nun an den Zuschauenden, der UEFA einen Strich durch die Rechnung zu machen. Daher unterstützen wir die Aktion des CSD Deutschland, CSD München, Queer BW und Queeramnesty  aus dem Innenraum ein Meer aus Regenbogenfarben zu machen, und den deutschen Kapitän Manuel Neuer zu unterstützen, der eine Regenbogenbinde als Mannschaftskapitän trägt. Mit dem Hissen der Regenbogenfahne vor dem Münchner Rathaus und den Fußballstadien von Köln und Frankfurt, die zeitgleich in Regenbogenfarben leuchten werden sendet Deutschland ein starkes Signal nach Ungarn und gegen das Trauerspiel der UEFA. Der LSVD ruft die anderen Städte und Stadien auf, diesem Beispiel zu folgen.

Am 26. Juni 2021 ist auch #Sportpride2021. Ob Sportverband, Sportverein, Sportler*in, ob Profi, Amateur*in, Freizeitsportler*in oder Fan – alle können mitmachen beim #SportPride2021. Die Social-Media-Kampagne für Sichtbarkeit und Unterstützung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI) im Sport vereint Akteur*innen, Fans und Aktive, Vereine, Verbände und Medien.

Hintergrund
#EqualGame Kampagne der UEFA: “The campaign is uniting football’s stellar names and grassroots players as it strives to put across the clear message that the game is open to all – irrespective of, for example, ethnicity, age, gender, sexual orientation and religious beliefs.”

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) ist ein Bürgerrechtsverband und vertritt Interessen und Belange von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Menschenrechte, Vielfalt und Respekt – wir wollen, dass LSBTI als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität akzeptiert und anerkannt werden.

Quelle: https://www.lsvd.de

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